Grundlage

Die Europäische Richtlinie 94/25/EG in Verbindung mit der Richtlinie 2003/44/EU gelten beide für das Inverkehrbringen von Sportbooten. Gerne werden die Richtlinien auch als 'CE-Norm' oder 'Sportbootdirektive' bezeichnet.

Grundsätzlich gilt die Richtlinie für Boote von 2,5 m bis 24 m Rumpflänge und beinhaltet auch Ausnahmen wie Surfbretter, Kajaks, historische Fahrzeuge oder U-Boote.

Wie jede andere europäische Richtlinie auch wird diese in allen Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt - in Deutschland durch das Gesetz über technische Arbeitsmittel und Verbraucherprodukte - Geräte und Produktsicherheitsgesetz (GPSG).

Wir sprechen hier also von der Produkthaftung für Hersteller, Händler und Importeure - dass dies aber auch für den Kunden/Verbraucher wichtig ist,wirdt später erklärt.

Wie in der Richtlinie selbst eindeutig hervorgehoben, regelt ebenso das Gesetz das Inverkehrbringen (den gwerbsmäßigen Handel und Verkauf) von Sportbooten mit dem Hintergrund den Markt in Europa zu vereinheitlichen (gleiche Wettbewerbsbedingungen) und die Sicherheit für Mensch, Umwelt und Fahrzeuge zu erhöhen.

Grundsätzlich werden die Boote entsprechend unterschiedlicher Krtiterien eingeteilt und dementsprechend geprüft und bewertet:

- Fahrzeugtyp (Monohull /Multihull, Segelboot / Motorboot)
- Entwurfskategorie ( A = Hochsee bis D = Binnengewässer)
- Rumpflänge (signifikante Bewertungsunterschiede bei einer Rumpflänge von unter/über 12 m)
- und die Art der Prüfung - man kann Boote einzeln prüfen, Baumusterprüfungen abnehmen oder die Konformität durch ein QM-System gewährleisten: es wird nach einem vorgegebenen Prüfmodul bewertet.

Geprüft wird von der benannten Stelle oder bei kleinen Booten auch vom Hersteller selbst. Eine benante Stelle ist eine von der EU bzw. den nationalen Behörden zugelassene Unternehmung, die auch definierte Anforderungen erfüllt - diese Stellen können aus Klassifikationsgesellschaften hervorgegangen sein (Lloyds Register oder Germanischer Lloyd) oder neu gegründet worden sein . Derzeit sind mehr als 20 benannte Stellen in der EU registriert.

Wie wird geprüft: Grundlage ist neben der Richtlinie selbst deren Verweise auf über 70 internationale Standards (EN ISO - Normen), die noch nicht alle aber grösstenteils harmonisiert sind und daher auch anzuwenden sind. Dies macht die Richtlinie zu einem der umfangreichsten technischen Regelwerke für den Yachtbau weltweit.